WARUM IST RÜCKWÄRTSGEHEN GESUND?

Warum ist Rückwärtsgehen eigentlich so gesund?

 

Vorwärts können wir fast im Schlaf. Ein Fuß vor den anderen, ohne groß darüber nachzudenken – unser Körper kennt den Weg. Aber rückwärts? Plötzlich wird aus ein paar einfachen Schritten eine kleine Herausforderung.

Und genau das macht Rückwärtsgehen so interessant.

 

Plötzlich muss das Gehirn mitarbeiten

 

Beim normalen Gehen laufen viele Bewegungen nahezu automatisch ab. Gehen wir rückwärts, fehlt uns dagegen der gewohnte Blick auf den Weg vor unseren Füßen. Unser Gehirn muss stärker verarbeiten, wo sich unser Körper im Raum befindet, wie wir das Gleichgewicht halten und wohin der nächste Schritt gehtDamit trainieren wir ganz nebenbei Koordination, Orientierung und Körperwahrnehmung.

 

✅ Ein ungewohnter Reiz für Kopf und Körper

 

Unser Körper liebt Abwechslung. Bewegungen, die wir nicht ständig ausführen, fordern das Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem und Muskulatur auf eine andere Art heraus. Rückwärtsgehen zwingt uns dazu, genauer hinzuspüren: Wie setze ich meinen Fuß auf? Wo liegt mein Schwerpunkt? Wie groß kann mein Schritt sein, ohne dass ich ins Wanken gerate?

Was ein bisschen merkwürdig aussieht, ist also eigentlich eine ziemlich clevere Koordinationsübung.

 

✅ Auch die Muskeln müssen umdenken

 

Beim Rückwärtsgehen verändert sich die Bewegungsabfolge. Muskeln werden teilweise anders beansprucht als beim gewohnten Vorwärtsgehen und müssen die Bewegung kontrollierter abbremsen und stabilisieren.

Besonders Beine, Gesäß und die stabilisierende Muskulatur rund um Rumpf und Becken bekommen dabei etwas zu tun. Und weil wir die Bewegung weniger gewohnt sind, reichen oft schon wenige Schritte, damit wir merken:

Hoppla – das ist ja anstrengender als gedacht.

 

✅ Eine kleine Herausforderung fürs Gleichgewicht

 

Wer nicht sieht, wohin der nächste Schritt geht, kann sich weniger auf seine Augen verlassen. Andere Informationen werden wichtiger – zum Beispiel aus den Gelenken, Muskeln und unserem Gleichgewichtssystem.

Genau dieses Zusammenspiel hilft uns dabei, Bewegungen sicher zu kontrollieren und auf Veränderungen schnell zu reagieren.

 

✅ Probier's doch mal aus!

 

Du brauchst dafür weder Sportkleidung noch Geräte.

Suche dir eine freie, ebene und sichere Fläche und gehe langsam etwa zehn Schritte rückwärts. Nicht über die Schulter schielen, wenn es die Umgebung sicher zulässt – stattdessen bewusst wahrnehmen:

Wie setzt du deine Füße auf?

Wie verändert sich deine Haltung?

Fühlst du dich genauso sicher wie beim Vorwärtsgehen?

Und musst du plötzlich viel mehr über etwas nachdenken, das sonst vollkommen selbstverständlich ist?

 

Unser Turnhäppchen zum Mitnehmen

 

Unser Körper kann erstaunlich viel – besonders dann, wenn wir ihn hin und wieder aus seinen gewohnten Bewegungsmustern herausholen.

Manchmal braucht es dafür kein kompliziertes Training.

Manchmal reicht es schon, einfach ein paar Schritte in die „falsche“ Richtung zu gehen. 

 

 

Unser Fazit

 

Rückwärtsgehen sieht vielleicht erst einmal ungewohnt aus – für unseren Körper ist es aber eine spannende Abwechslung. Es fordert Gleichgewicht, Koordination und Körperwahrnehmung, bringt unser Gehirn dazu, gewohnte Bewegungsabläufe neu zu organisieren, und spricht unsere Muskulatur auf eine andere Weise an.

Das Schöne daran: Es braucht weder besondere Geräte noch ein aufwendiges Training. Schon ein paar bewusste Schritte in die ungewohnte Richtung können einen neuen Bewegungsreiz setzen.

Denn Bewegung muss nicht immer kompliziert sein, um unserem Körper etwas Gutes zu tun. Manchmal lohnt es sich einfach, die gewohnten Wege zu verlassen – im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Turnhäppchen-Merksatz

 

"Wer immer nur vorwärtsgeht, verpasst die Hälfte der Bewegung – also ruhig öfter mal den Rückwärtsgang einlegen!" ❤️

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